Jessica Tatti bei den streikenden Sauter-MitarbeiterInnen

12. Januar 2018  Allgemein

Jessica Tatti spricht bei der Streikkundgebung.

Die Bundestagsabgeordnete Jessica Tatti bekundete auf der Streikversammlung der Belegschaft von Sauter in Metzingen ihr Solidarität. Das Unternehmen ist Ende 2017 aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten und verweigert sich seither zurück an den Verhandlungstisch zu kommen. Die IG Metall Reutlingen-Tübingen hat nun zu einem Warnstreik tausend Mitglieder mobilisiert. Ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität unter den Beschäftigten verschiedener Betriebe, die gemeinsam für die Wiederherstellung der Tarifbindung von Sauter eintraten. 

Einen interessanten Artikel in der Südwestpresse über die Streikaktion hier

Hier der Redebeitrag von Jessica Tatti:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir sind heute hier, um das klare Zeichen zu setzen, dass wir nicht akzeptieren werden, dass Unternehmen Tarifflucht begehen.
Der Firmengründer Willy Sauter sagte einst: „Wenn es mir gut geht, soll es meinen Arbeitern auch gut gehen.“
Ein großer und bedeutender Satz, der davon zeugt, dass er sich als Unternehmer seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst war. Tarifverträge sind unverzichtbar für sichere und gute Arbeitsbedingungen.
Wer aus Tarifverträgen flüchtet, hat nicht vor zukünftig gleichwertige oder bessere Arbeitsverträge mit den Beschäftigten abzuschließen, sondern schlechtere!
Es ist absolut unverständlich, dass Sauter Feinmechnaik nun anscheinend vorhat, sein hohes Ansehen bei der Belegschaft aufs Spiel zu setzen. Bislang war Sauter als attraktiver Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb bekannt, der sich auch auf seiner Website zur Fairness gegenüber seinen Beschäftigten verpflichtet. Und deshalb kämpft die IG Metall mit der Belegschaft völlig zu Recht für die Wiederherstellung der Tarifbindung – das ist die einzig richtige Reaktion auf die Nichtbeachtung durch Sauter Feinmechanik, deren Geschäftsführung jede Gesprächsbereitschaft seither schuldig geblieben ist.
Wir fordern sie heute auf das Gespräch mit der Belegschaft und ihrer Gewerkschaft zu suchen! Stattdessen wird gerade versucht die Beschäftigten mit Prämien zu ködern, wenn sie nicht krank werden, oder auch am Wochenende arbeiten. Es werden vage Versprechungen zu Lohnerhöhungen gemacht, falls denn die Zahlen am Ende des Jahres stimmen. Dafür sollen die Beschäftigten von ihrer Forderung nach einem Tarifvertrag abrücken.
Dieser Stil zeigt doch deutlich, dass die Geschäftsführung nicht mehr in der Tradition von Willy Sauter steht, sondern versucht mit dem Instrument der Spaltung ihrer Belegschaft zum Ziel zu kommen.
Umso wichtiger, dass die Beschäftigten jetzt als Kollektiv zusammenhalten und gemeinsam für ihre Tarifbindung einstehen!
Nicht lose Versprechungen und Prämien für Einzelne schaffen gute Arbeit für alle sondern Tarifverträge – wir sind heute hier, um dafür einzutreten.

Jessica Tatti, Grußwort Solidaritätskundgebung Sauter Feinmechanik GmbH, 11.01.2018


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