„Ein Quantensprung für die Linke“

27. Januar 2018  Wahlkreis

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Artikel der Südwest Presse über den Neujahrsempfang von Jessica Tatti und der Reutlinger LINKEN (Quelle):

Bis eine Stunde vor dem Empfang hätten die nagelneuen Büroräume der Linken in der Karlstraße 16 noch einer Baustelle geähnelt, sagte Jessica Tatti am Donnerstagabend. Die ganz frisch bezogenen Räumlichkeiten seien laut Thomas Ziegler „ein Quantensprung für die Linke in Reutlingen“, wie der Stadt- und Kreisrat der Linken beim Neujahrsempfang der Partei in den Räumen hervorhob. Zu verdanken habe die Partei diesen gewaltigen Sprung nach vorne eben der Linken-Bundestagsabgeordneten Jessica Tatti, die bei der zurückliegenden Wahl den Einzug in das Gremium geschafft hatte.

Das Interesse in der Öffentlichkeit an dem Neujahrempfang der Reutlinger Linken war offensichtlich groß, rund 100 Personen waren gekommen – darunter zahlreiche Reutlinger Gemeinderäte, Funktionsträger von Umwelt- und sozialen Initiativen, Bürgermeister Robert Hahn oder auch Klaus Ernst, der einstige Bundesvorsitzende der Linken. „Jessica Tatti meint, was sie sagt“, sagte der bayerische Bundestagsabgeordnete über seine neue Kollegin im Berliner Parlament. „Sie hat Soziale Arbeit studiert, deshalb weiß sie auch, wovon sie redet“, betonte Ernst weiter, bevor er auf einige Forderungen seiner Partei einging. Wie etwa die der Abschaffung von Leiharbeit. Oder die Forderung nach einem Mindestlohn von zwölf Euro. Warum? Weil selbst Regierungsmitglieder bestätigt hätten, dass ein Mindestlohn von zwölf Euro notwendig sei, um später eine Rente knapp oberhalb des Hartz-IV-Satzes zu erhalten.

Kommunalwahl als Gradmesser

Ebenfalls zum Neujahrsempfang gekommen war Bernhard Strasdeit, Tübinger Landesgeschäftsführer der Linken. Er führte an, dass die Partei bei der zurückliegenden Bundestagswahl in Baden-Württemberg mit 6,4 Prozent den Sprung über die Fünf-Prozenthürde geschafft habe. Das mache Mut für die im Frühjahr anstehende Kommunalwahl – „die ist immer ein Gradmesser für die Bodenhaftung einer Partei“, so Strasdeit.

Rüdiger Weckmann zählte sich selbst zu den Nachwuchskräften im Reutlinger Gemeinderat – ist er doch erst vor zwei Monaten für Tatti in das Gremium nachgerückt. In seinem „Blick auf die Historie“ kam er auf einige Parallelen zwischen der sozialen Arbeiterbewegung in Reutlingen und der hiesigen Volksbank – in deren Gebäude die Reutlinger Linke nun ihren Standort gefunden hat. Die Volksbank sei 1860 gegründet worden, die sozialdemokratische Arbeiterbewegung nur sieben Jahre später. Und: Beide hätten die „Hilfe zur Selbsthilfe“ als Maxime ausgerufen.

Die neue Bundestagsabgeordnete der Linken aus Reutlingen, Jessica Tatti, betonte am Donnerstagabend, dass die neuen Räumlichkeiten nicht nur ihr Wahlkreisbüro sei, sondern auch das der Linken in der Stadt, im Kreis wie auch für die Linke-Jugend. „Und ich wünsche mir, dass die sozialen und ökologischen Gruppierungen in Reutlingen hier einen Platz finden.“ Denn: Ein großer Saal gehört mit dazu und könne durchaus als Veranstaltungsraum genutzt werden.

Fünf Wochen lang seien die Räume gerichtet und renoviert worden, „hier war ein AfD-blauer Boden drin“, sagte Stefan Dreher zu Beginn der Veranstaltung, nachdem der BUND-Vorsitzende Ira Wallet mit seiner Geige aufgespielt hatte. „Die Anfangszeit in Berlin dehnt sich aus“, berichtete Tatti. Wenn denn endlich mal eine Regierung gebildet sei, „wird den Linken die Arbeit nicht ausgehen“. Felder seien ausreichend vorhanden, begonnen bei der Altersarmut über Arbeitsplatzsicherheit, Kindergartenausbau, die Bereiche Gesundheit und Pflege und noch viel mehr.


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